Free Your Food – Vegane Küche ohne Soja

In dem Kochbuch Free Your Food von Larissa Häsler erfahren nicht nur Veganer und Clean Eater wie man auch ohne Soja leckere und Gerichte zubereiten kann.

Kochbuch-Review Free Your Food - Clean Eating mit über 80 köstlichen veganen sojafreien Rezepten - Buchcover

Rezensionsexemplar überlassen durch Unimedica Verlag

Als ich zu meinem Artikel über den Food Trend Clean Eating recherchiert habe, bin ich auch auf ein Spiegel Online-Interview mit der Ernährungswissenschaftlerin und Kochbuchautorin Larissa Häsler gestoßen. In diesem Spiegel-Interview berichtet Larissa Häsler über ihre Erfahrungen mit dem Food Trend Clean Eating und aus ihrem Leben als Vegetarierin bzw. Veganerin. In einem Nebensatz wird auch auf ihr jüngst erschienenes veganes Clean Eating-Kochbuch Free Your Food hingewiesen.

Da mir die Sichtweisen von Larissa Häsler zu Veganismus und Clean-Eating im Interview schon sehr gut gefallen haben, habe ich kurzerhand Larissa Häslers gleichnamige Website ausfindig gemacht und sie kontaktiert.

Zum einem, weil ich gerne ihre Meinung zu meinem jüngst erschienenen Eat-Clean-Artikel wissen wollte. Zum anderen, weil ich mich aufgrund ihrer Einstellung für ihr Kochbuch interessiere und es gerne auf meinem Blog vorstellen wollte.

Kurzum, pünktlich zur Abfahrt in meinen dreiwöchigen Urlaub liegt das Kochbuch von Larissa Häsler dann im Briefkasten (hierfür noch mal vielen Dank an Larissa Häsler und ihren Verlag Unimedica). Also noch schnell durchblättern und dann ab damit in den Koffer.

In den vergangenen drei Wochen habe ich mich nun intensiv mit ihrem Kochbuch Free Your Food – Clean Eating mit über 80 köstlichen veganen, sojafreien Rezepten beschäftigt. Und darüber möchte ich Dir jetzt berichten.

Das Rezeptbuch Free Your Food ist für alle Kochbegeisterten gedacht, die gerne mit frischen und natürlichen Lebensmitteln kochen und (wieder) mehr Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte in ihre Küche bringen möchten.

Aber auch erfahrene Veganer, Vegetarier und Clean-Eater finden in diesem Kochbuch neue Inspirationen. Ebenfalls finden Menschen, die unter einer Soja-Unverträglichkeit oder Soja-Allergie leiden, mit Larissa Häslers Rezepten eine Möglichkeit, sich Soja-frei und dennoch vegan zu ernähren.

Menschen, die sich glutenfrei und/oder nussfrei ernähren wollen oder müssen, werden ebenfalls ihre Freunde an Free Your Food haben. Immerhin sind 75 der 80 Rezepte nussfrei und mehr als die Hälfte der Rezepte glutenfrei.

Für mich, der dem Fleisch zu geneigt ist und wohl auch bleiben wird, bietet Free Your Food zum einen eine interessante Möglichkeit, öfter auf Fleisch zu verzichten und stattdessen durch leckere, nicht alltägliche vegane Gerichte zu ersetzen.

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Zum anderen gibt mir das Kochbuch die Möglichkeit, meinen vegetarischen und veganen Gästen entsprechende Speisen anzubieten. Ohne dass dabei sofort der Eindruck entsteht, dass sich der Fleischesser auf einem der Hobby-Kochportale schlau gemacht hat und jetzt versucht, einen auf Veganer zu machen.

Free Your Food und Clean Eating

Interessant finde ich, dass Larissa Häsler in Free Your Food das Thema Clean Eating namentlich nicht anspricht, den Buchtitel mal außer Acht gelassen.

Larissa Häsler hat sich für einen anderen Weg entschieden. Vielmehr nimmt sie Dich auf einfache Weise mit in die Welt des Clean Eating und des Veganismus. Ohne dabei detailliert auf deren Regelwerke einzugehen.

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Zwar benennt Larissa Häsler die Vorteile der Clean-Eating und der rein pflanzlichen Ernährung, und auch die (sehr wenigen) Nachteile. Aber sie tut dies ohne erhobenen Zeigefinger oder den Anspruch, die Welt verbessern und die Menschheit bekehren zu wollen. Ansprüche, die sich durchaus in (Koch)büchern dieser Genres immer mal wiederfinden lassen.

Vielmehr möchte Larissa Häsler Dir mit ihrem Kochbuch und mit ihren raffinierten, aber recht einfachen Rezepten dabei helfen, einen Weg fort von Fertig- und stark verarbeiteten Industrie-Lebensmittel mit zu viel Salz, Fett, Zucker, Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und künstlichen Aromen zu finden.

Im Fokus von Free Your Food stehen deshalb naturbelassene und regionale Lebensmittel wie Früchte, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen auf dem Speiseplan.

Ganz im Sinne der Eat Clean-Idee.

Falls Du aber nach einem (Koch)buch mit einer detaillierten Einführung in die Prinzipien und Regeln des Clean Eating und/oder des Veganismus suchst, dann sei an dieser Stelle schon gesagt, dass Free Your Food nicht das richtige Buch für Dich ist.

Und das ist auch gut so.

Zu diesen Themen gibt es bereits mehr als ausreichend Literatur auf dem Markt und jede Menge Blogs im Internet. Auch auf JustYumYum findest Du eine Einführung in Clean Eating .

Vegan ohne Soja?

Ein veganes Kochbuch, das bewusst auf Soja verzichtet? Wo Soja doch das Lebensmittel ist, das am stärksten mit Veganismus in Verbindung gebracht wird.

Der Grund für Larissas Soja-freien veganen Weg wird schnell klar, wenn man ihre Einleitung sowie den Abschnitt „Basics zu Soja“ liest: Hauptursachlich für ihren Soja-Verzicht und somit für die sojafreien, veganen Rezepte ist ihre eigene Soja-Unverträglichkeit.

Denn in ihrer Zeit als Vegetarierin und später auch als Veganerin hat Larissa Häsler eine Soja-Unverträglichkeit entwickelt. So war sie gezwungen, sojafreie vegane Alternativrezepte für sich zu entwickeln. Das Ergebnis daraus sind die Rezepte in Free Your Food.

Auch wie man eine Soja-Allergie bzw. –Unverträglichkeit erkennt, beschreibt sie im oben genannten Abschnitt zu Soja.

Neben der Unverträglich nennt Larissa Häsler aber auch weitere Gründe, die aus ihrer Sicht für einen Soja-Verzicht sprechen, wie

  • Gen-Manipulation bei Soja
  • Widerspruch zum regionalen Gedanken des Clean Eating
  • einen relativ hohen Gehalt an Östrogen-ähnlichen Hormonen
  • negative Beeinflussung der Schilddrüsenaktivität durch Sojakonsum und
  • die starke industrielle Verarbeitung von Sojaprodukten

Und wenn man ihre Rezepte liest, wird klar, dass Larissa Häsler mit ihren Rezepten durchaus den Beweis erbringt, dass die vegane Küche auch ohne Soja und überteuerte Ersatzprodukte problemlos auskommen kann.

Free Your Food – Das Kochbuch

Schon von außen ist die Aufmachung des Kochbuchs sehr ansprechend und nicht unbedingt auf den ersten Blick als veganes oder Clean Eating-Kochbuch zu erkennen.

Der modern gestaltete Einband ist aus einem abwischbaren Material gemacht. Absolut sinnvoll bei einem Kochbuch – und aus Versehen selbst schon getestet.

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Mit seinem Design schafft Free Your Food es durchaus, sich optisch von anderen Kochbüchern abzuheben. Viel Wert wurde auf frische Farben, starke Bildsprache und unkonventionelle Typographien gelegt. Letzteres ohne dabei Lesbarkeit einzubüßen. Die Gestaltung des Kochbuches stammt übrigens von Nicole Laka .

Die Rezepte sind sehr übersichtlich aufbaut und kommen mit einer Doppelseite aus. Wobei jeweils eine Seite immer das jeweilige Gericht als Vollfoto zeigt.

Die Rezeptfotos sind professionell fotografiert und machen schon beim Durchblättern Lust, das eine oder andere Rezept ausprobieren zu wollen.

Free Your Food – Der Inhalt

Natürlich sind die Rezepte der Hauptbestandteil von Free Your Food. Schließlich ist es ja auch ein Kochbuch.

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Zunächst gibt Larissa Häsler aber auf den ersten gut 40 Seiten wissenswerte und nützliche Informationen zu den Themen

  • Vegane Ernährung
  • Soja
  • Handhabung von frischen Lebensmitteln
  • Hülsenfrüchte in der veganen Küche
  • Fette
  • Proteine
  • Kohlenhydrate
  • Superfoods
  • Rohkost
  • Grüne Smoothies
  • Gesunder Lebensstil

Ich kann nur jedem empfehlen, sich die Informationen, die Larissa Häsler in diesen Abschnitten anbietet, zu Gemüte zu führen.

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Am Ende dieses Abschnitts findest Du außerdem eine Übersicht zu den am meisten verwendeten Küchengeräten.
Unter „Hinweise zu den Rezepten“ gibt es eine Auflistung aller Rezepte mit Seitenzahl und dem Hinweis auf rohköstlich, glutenfrei und nussfrei.

Die Free Your Food-Rezepte

Mit 80 Rezepten ist Larissas Kochbuch so etwas wie ein veganes All-Inklusive-Kochbuch für den täglichen Gebrauch. Auf fast 170 Seiten findest Du 80 Rezepte für Frühstück, Mittag- und Abendessen, Snacks, Suppen, Salate sowie Smoothies und noch andere Getränke.

Auch Kuchen und Desserts kommen nicht zu kurz. Free Your Food enthält sogar ein Rezept für vegane Pralinen.
Die Rezepte sind je nach Kategorie unterschiedlichen Farben zu geordnet. So lässt sich die gewünschte Kategorien schnell gezielt aufschlagen. Auch sehr hilfreich – und eher untypisch für ein Kochbuch – ist das Lesezeichen-Band.

Jedes Rezept enthält alle wesentlichen Informationen zu

  • Zubereitungszeiten
  • Anzahl der Portionen
  • Zutaten
  • ggfs. Varianten des Rezepts
  • Hinweise auf glutenfrei, nussfrei und/oder rohköstlich
  • Tipps

Und natürlich die einzelnen Zubereitungsschritte an sich. In der Mehrheit umfassen die Rezepte nur drei bis vier Arbeitsschritte.

Da das Kochen mit frischen Zutaten zeitintensiver ist als mit Fertigprodukten, gibt es bei den Rezepten auch den Bereich „Basics – damit es schneller geht“. Hier findest Du Rezepte für die Zutaten, die in vielen Rezepten verwendet werden. So kannst Du diese Zutaten schon auf Vorrat herstellen und beim eigentlichen Kochen Zeit einsparen.

Meine Free Your Food Top-10 Rezepte

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Little Miss Sunshine

Frühstück – Seite 51

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Blueberry Breakfast

Frühstück – Seite 63

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Frucht-Kefir

Smoothies & Drinks – Seite 87

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Orangen-Eistee mit Minze

Smoothies & Drinks – Seite 96

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Snacks, Suppen & Salate – Seite 111

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Sommersalat mit Grillpfirsichen und Knoblauchbrot

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Süßkartoffel-Erbsen-Champignons mit Tomaten Wildreis

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Pinke Pasta mit Kräutercreme

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Erdbeer-Ingwereis mit Schokosoße

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Black-Forest-Cupcakes

Süße Naschereien – Seite 205

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Gerne hätte ich einige Rezepte bereits im Urlaub ausprobiert und hier vorgestellt. Tatsächlich ist aber die Beschaffung eines Teils der dafür notwendigen Lebensmittel in Polen schlichtweg nicht möglich oder wenigstens sehr aufwändig.

Während die Selbstversorgung aus eigenem Anbau im ländlichen Polen sehr weit verbreitet ist, gilt Veganismus hier noch als sehr junger Trend, der allgemein eher belächelt wird.

Wenn überhaupt, wären die Zutaten in einer Großstadt zu besorgen gewesen – in meinem Fall in Warschau. Konkret hätte das hin und zurück jeweils eine gut einstündige Autofahrt bedeutet.

Sobald ich wieder aus dem Urlaub zurück bin, werde ich hier einige meiner Top-10-Rezepte aus Free Your Food vorstellen.

Mein Fazit

Ich selber habe bereits etliche Kochbücher im Küchenregal stehen. Aber selten habe ich ein so ansprechendes und klar strukturiertes Kochbuch in der Hand gehabt wie Free Your Food.

Trotz der 230 Seiten ist Free Your Food erstaunlich übersichtlich, man findet sich schnell zurecht und es macht Spaß, die Rezepte zu lesen.

Im Unterschied zu vielen anderen Kochbüchern aus diesem Bereich, muss man kein überzeugter Veganer oder Clean-Eater sein, um an Free Your Food Gefallen zu finden.

Selbst mich als überzeugten Fleischesser haben viele der Rezepte angesprochen und ich werde in der nächsten Zeit definitiv einige Rezepte ausprobieren. Insbesondere die Vorschläge in den Abschnitten „Frühstück“ und „Smoothies & Drinks“ haben mich allesamt überzeugt.

Nachdem ich mich nun mit Free Your Food intensiv beschäftigt habe, tue ich mich schwer, dieses Kochbuch „nur“ als veganes oder Clean Eating-Kochbuch zu verstehen. Meiner Meinung nach, ist das zu kurzsichtig.

Wie eben schon gesagt, um mit Free Your Food Spaß an der pflanzlichen Küche zu haben, muss man nicht unbedingt dem veganen Lebensstil folgen. Die Bereitschaft mit frischen Lebensmittel zu kochen und sich mit dem, was man tagtäglich verzehrt, auseinanderzusetzen, reicht vollkommen aus. Denn dann kann Free Your Food eine echte Bereicherung für jeden Ernährungsstil sein.

Das Einzige, was ich als Freund des Grillens bei Free Your Food ein wenig vermisse, sind – gerade jetzt in der Sommerezeit – Ideen für das Grillen.

Gleichzeitig muss ich aber auch zugeben, dass diese Kritik ungerecht ist. Denn dies ist nicht der Anspruch des Buches. Free Your Food soll Dir und mir dabei helfen, eine gesündere Ernährung auf einfachem Weg in unseren Alltag zu integrieren. Da zählt Grillen, auch aus meiner Sicht, nicht zwingend dazu.

Aber vielleicht wäre ja eine Grill-Version von Free Your Food eine Idee für ein zweites Kochbuch, Larissa? Würde ich jedenfalls sehr spannend finden.